Strukturierung im Komfortbereich
(Auszug aus der Sonderausgabe InNOVAtion April 2008)
Der Testbedarf im Komfortbereich ist durch zunehmende Funktionalität stark angestiegen. Dadurch ergaben sich Probleme mit der herkömmlichen Arbeitsorganisation, die durch eine Neustrukturierung und die Aufteilung in die drei Teams „Spezifikation“, „Implementation“ und „Prüfplätze“ beseitigt wurden. Einzelheiten erfahren Sie im folgenden Artikel.
Hintergrund
Der Bedarf an einer einheitlichen Testautomatisierung ist im letzten Jahr stark gestiegen. Der Grund dafür lag im erhöhten Testbedarf der breit gefächerten Fahrzeugpalette der Volkswagen AG. Dadurch wuchs die Anzahl von Prüfständen, Testthemen und dazugehörigen Anwendern.
Der Komfortbereich ist Vorreiter und Motivator eines gemeinsamen Modells für die Testfallerstellung, das in Zusammenarbeit mit der AUDI AG auf Basis von EXAM entwickelt wird. Es werden Integrationstestfälle in verschiedensten Funktionsgebieten spezifiziert, modelliert und ausgetauscht. Aktuell arbeiten Mitarbeiter von Volkswagen und Audi auf Basis des gemeinsamen Komfortmodells.
Bisherige Arbeitsorganisation
Die bisherige Arbeitsorganisation bestand darin, dass jeder Mitarbeiter der Abteilung in unterschiedlichsten Arbeitsprojekten tätig war. Aufgrund der prozentualen Arbeitsgewichtung konnte der Mitarbeiter nicht konzentriert bei einer Aufgabe bleiben, sondern musste ständig zwischen den unterschiedlichen Tätigkeiten wechseln. Eine „Flut“ von Systemen, Tools, Ansprechpartnern und Arbeitsanweisungen musste von jedem Einzelnen beherrscht werden.
Um der im Komfortbereich Einzug gehaltenen Modellvielfalt zu begegnen, wurden die Arbeitsbereiche neu strukturiert. Die Aufteilung erfolgte in drei Teams mit klar definierten Tätigkeitsbereichen.
Team „Spezifikation“
Das Team „Spezifikation“ hat die Neuerstellung und Pflege von Testfällen für den Funktionsbereich des Komfort-HiLs zur Aufgabe. Die Mitglieder betreuen ein, bzw. mehrere Testkapitel über sämtliche Fahrzeugprojekte. Testfälle werden vor deren Freigabe händisch am Prüfplatz verifiziert und Auffälligkeiten an das Prüfplatz-Team bzw. an die Fachabteilungen kommuniziert. Aufgrund des engen Kontaktes zu den Konstrukteuren liegt auch die Beschaffung der Steuergeräte-Hardware und -Software in den Händen der Spezifizierer.
Team „Implementation“
Das Team „Implementation“ unterstützt bedarfsorientiert die Spezifizierer bei der Testfallerstellung. Hauptaufgabe ist jedoch die Implementierung von spezifizierten und freigegebenen Testfällen in der Testautomatisierung EXAM. Die kontinuierliche Verbesserung und Vereinheitlichung der Prüfplatzautomatisierung aller Komfort-HiLs geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Team „Prüfplätze“. Darüber hinaus sind der ständige Wissenstransfer und die Abstimmungen mit der AUDI AG ein wesentlicher Bestandteil im Aufgabengebiet des Implementierers.
Team „Prüfplätze“
Das Team „Prüfplätze“ ist sowohl für den Simulatorneuaufbau als auch für die ständige Pflege und Erweiterung aller bestehenden Prüfplätze aus System- und Automatisierungssicht verantwortlich. Dabei werden sämtliche Prüfstandseigenschaften nachhaltig einem realen Fahrzeug angepasst, sowie die Schnittstellen zwischen Mensch und Simulator (Versuchsbedienung, Datenbasen, Echtzeitmodelle, etc.) prüfplatzübergreifend identisch und funktionsbezogen aufgebaut.
Die Teammitglieder planen ferner den Testbetrieb der Simulatorumgebungen und sichern den Verbauzustand der Prüfplatzhardware und -software anhand der Soll-Vorgaben. Bei ihrer täglichen Arbeit erfolgt eine ständige Abstimmung (UA-intern) mit den Spezifizierern und Implementierern wie auch (UA-extern) mit Integrationskoordinatoren und Kollegen weiterer Prüfplätze. Weiter agiert jeder Prüfplatzverantwortliche als Initiator bei SG-Fehlerverfolgungen, Simulator-Problemen oder sonstigen Auffälligkeiten.

(Abbildung: Die Aufteilung des Komfortbereichs in drei Teams)
Fazit
Durch den ständigen Wissenstransfer innerhalb der Teams ist eine effiziente Vertreterregelung sowie Eingliederung neuer Kollegen möglich. Definierte Schnittstellen zwischen den Teams und eine klare Rollenverteilung konzentrieren die tägliche Arbeitsbelastung auf ein Kerngebiet. Aufträge können gezielt zugewiesen und abgearbeitet werden. Weitere, positive Effekte sind die gestiegene Arbeitsqualität und Mitarbeiterzufriedenheit sowie eine optimierte Personalplanung, die auf Basis kompakter Anforderungsprofile das Auswahlverfahren zukünftiger Mitarbeiter vereinfacht.

