EXAM im Fahrwerk
(Auszug aus der Sonderausgabe InNOVAtion April 2008)
Welche Vorteile bietet EXAM bei einem Lenkungsprüfstand zum Test des APA-Lenksystems? Wo liegt der Schwerpunkt? Wie lassen sich Synergie-Effekte erzielen? Welche Vorteile bietet ein gemeinsames EXAM-Modell für den Fahrwerkbereich? Fragen, die im Rahmen des folgenden Vortrags beantwortet wurden.
Prüfstände
Zu den bereits im Fachbereich vorhandenen Prüfständen wurde im März 2007 ein Lenkungsprüfstand in Betrieb genommen. Dieser ist für statische Tests des APA-Lenksystems (Achsparalleles Lenksystem) konzipiert. Durch EXAM gelang es binnen kurzer Zeit, an diesem Prüfstand automatisierte Tests in den Bereichen Spannungsversorgung, CAN-Fehleraufschaltung, Heading-Control-Assist-Schnittstelle und APA-Statusmaschine umzusetzen.
Synergie durch Zusammenarbeit
Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die Zusammenarbeit mit VW-Braunschweig. Die Entwickler des APA-Lenksystems besitzen eine exakte Kopie des Prüfstandes. Änderungen an Soft- und Hardware werden untereinander abgestimmt und auf beiden Prüfständen vorgenommen. Durch diesen Prozess wird dafür gesorgt, dass alle erstellten Testfälle auf beiden HiL-Simulatoren lauffähig sind. Eine Aufteilung der Testgebiete zur effizienteren Testdurchführung ist ebenfalls möglich.

Herr Sendzik und Herr Peter bei ihrem Vortrag "EXAM im Fahrwerk"
Erweiterungen
Im November 2007 wurde der Simulator um eine wechselbare Aufnahmehalterung für das Gen3-Lenksystem der Firma ZF ergänzt. Dadurch ist es möglich, sämtliche Testfälle, die für die APA-Lenkung erstellt wurden, nun auch mit einer verbauten Gen3-Lenkung durchzuführen. Geplant ist die Implementation eines Fahrmodells zur Erstellung von Fahrdynamiktests.
Ein weiterer Lenkungsprüfstand
Ein weiterer Lenkungsprüfstand, der für hochdynamische Tests ausgelegt ist, wurde Anfang Oktober in Betrieb genommen. Auf diesem Prüfstand können Kräfte, die auf das Lenksystem während einer realen Fahrt einwirken, realitätsnah nachgebildet werden. Da sich der Prüfstand in der Phase der Inbetriebnahme befindet, können noch keine automatisierten Tests durchgeführt werden. Ziel ist die Übertragung aller existierenden Lenkungstestfälle.
Effiziente Zusammenarbeit:
Fahrwerkmodell
Für eine effizientere Zusammenarbeit der Prüfstände innerhalb des Fahrwerk-Bereichs wurden diese Anfang Juli unter einem gemeinsamen EXAM-Modell vereint. Auf dem Fahrwerk_HiL-Modell ist es nun möglich, Testfälle unkompliziert untereinander auszutauschen. Auch die Modellierer profitieren davon, da sie ohne großen Aufwand die selbst erstellten Funktionen ihrer Kollegen verwenden können.
Modellverantwortung
Ein Modellverantwortlicher gewährleistet einen modellübergreifenden Wissenstransfer und eine einheitliche Struktur. In diesem Falle liegt die Modellverantwortung bei Herrn Peter.
Folgende Aufgaben gehören zu seinem Verantwortungsbereich: Bei regelmäßigen Abstimmungen mit den Bereichen Antrieb, Komfort/Infotainment und Hybrid wird über gemeinsame Modellierungsstandards und standardisierungswürdige Funktionen entschieden. Weiter werden den Modellierern nützliche Funktionen bereitgestellt, die entweder auf anderen EXAM-Modellen vorhanden sind oder selber erstellt werden. So wurden zum Beispiel die Funktionen zur Auswertung von Messdaten der INCA-Software von ETAS mittels EXAM selbst erstellt.

(Abbildung: Fahrwerk_HiL-Modell)
Ausblick
Matthias Sendzik (Volkswagen AG) fasste abschließend die Entwicklung der HiL-Simulation im Fahrwerk-Bereich im vergangenen Jahr zusammen. Seit der Inbetriebnahme des Lenkungsprüfstands ist es gelungen, binnen kurzer Zeit mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Peter die Testautomatisierung in weiten Teilen des Fahrwerk-Bereichs voranzutreiben.
Des Weiteren gab Herr Sendzik einen Ausblick für das Jahr 2008. Ziel sei es, alle zukünftigen HiL-Simulatoren des Fachbereichs in das Fahrwerk_HiL-Modell zu integrieren.

