Referenz Vodafone

Zentrales Netzmanagement

Neue Rekorde bei Mobilfunkverträgen, NarrowBand Internet of Things (NB-IoT) und 5G mit Machine-to-Machine(M2M)-Kommunikation: Mobilfunknetze müssen immer mehr leisten.

Vodafone setzt auf COM5.Mobile (früher: Common Planning & Configuration Manager (CPCM)) von MicroNova, um diesen Herausforderungen zu begegnen – für eine zuverlässige und performante Planung und Konfiguration des Mobilfunknetzes.

Weltweit gab es im dritten Quartal 2019 rund acht Milliarden aktive Mobilfunkverträge. In den vergangenen fünf Jahren lagen die globalen Zuwachsraten beim Datenvolumen nie unter 25 Prozent und erreichten in Spitzenquartalen über 80 Prozent . Die in den Startlöchern stehenden 5G-Anwendungen, 5G-Handys und 5G-Frequenzen mit Anwendungen rund um das IoT und Industrie 4.0 sind in diesen Zahlen noch gar nicht enthalten.

Um die Mobilfunknetze für diese hohe Auslastung fit zu machen und zu halten, installieren die Mobilfunknetzbetreiber unter anderem zusätzliche Basisstationen – die es in das Netz zu integriert gilt. Bereits vorhandene Stationen müssen zudem flexibel und dynamisch genutzt werden, etwa um bei Großveranstaltungen mehr Bandbreite allokieren zu können. Urlaubszeiten, Tageszeiten, Katastrophen … es gibt viele Herausforderungen, die bei der Netzplanung und Netzkonfiguration zu berücksichtigen sind, damit ein Mobilfunknetz in jeder Situation verfügbar ist.

Mobilfunkanbieter setzen zudem in der Regel auf verschiedene Ausrüster für den Aufbau und Betrieb ihrer Netze (Multi-Vendor-Ansatz). Folglich gilt es, eine Vielzahl von Komponenten in ein großes, zuverlässiges Ganzes zu integrieren. „Jedes Mobilfunknetz ist ein lebendes Gebilde“, bestätigt der Mobilfunkexperte Prof. Dr. Mathias Gabrysch, der an der Hochschule München unter anderem Innovationsmanagement lehrt und in der Vergangenheit im Bereich Netzmanagement bei führenden Ausrüstern tätig war.

Vor solchen Herausforderungen stand auch die Vodafone GmbH, die nach einer leistungsfähigen Lösung suchte – und diese in COM5.Mobile von MicroNova fand. Mehr Information über die Nutzung von COM5.Mobile für die Konfiguration des Mobilfunknetzes bei Vodafone lesen Sie im untenstehenden Interview.


Interview mit Vodafone

Klaudius Koschella, Head of Central Optimisation & Config Center bei der Vodafone GmbH, über den Einsatz von COM5.Mobile

InNOVAtion

Herr Koschella, Vodafone betreibt in mehreren Ländern Mobile- und Fixed-Line-Netzwerke, die über das zentrale Network Operations Center, auch NOC genannt, verwaltet werden. Wie hilft Ihnen COM5.Mobile dabei?

Klaudius Koschella

Wir als Vodafone arbeiten kontinuierlich an Maßnahmen, die uns zusätzliche Skalierungseffekte bringen. Hierzu verfügen wir über globale Organisationsstrukturen. Sie vereinen die zentralen Funktionen aller sogenannten Operative Companies, kurz OpCos, also der unterschiedlichen Rechtskörper in den verschiedenen Ländern. Mit dem NOC können wir zahlreiche Funktionen für viele Bereiche unseres Netzwerks in einer zentralen Organisation und für alle OpCos vereinen. Dazu zählen etwa das Netzwerk-Monitoring, der First Level Support, Back Office Operations und Config Management. Hieraus ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, die eingesetzten Tools bestmöglich und maximal effizient einzusetzen. COM5.Mobile ist im sogenannten Operating Modell – also wie sind die Prozesse und Verantwortlichkeiten organisiert – in unserem Network Operations Center im Einsatz. Die lokalen Teams interagieren für Vodafone Deutschland bereits seit geraumer Zeit mit dem NOC und treiben gemeinsam die „Produktion“ und unseren Mobile Rollout unter anderem mittels COM5.Mobile voran. Sowohl diesen Prozess als auch die damit verbundene Arbeitsteilung unterstützt COM5.Mobile bestens.


InNOVAtion

Beim Blick auf Größe und Umfang stellen sich beinahe automatisch Fragen nach Automatisierung, Zero Touch etc. Wie ist hier der Status quo, und wo wollen Sie hin?

Klaudius Koschella

Ich würde Ihre Fragen gern noch etwas weiter fassen. Für uns steht die Digitalisierung im Fokus. Sie inkludiert Automatisierung und Zero Touch, aber auch den Einsatz von Machine Learning (ML) und Künstlicher Intelligenz (KI) auf allen Ebenen unserer Prozesse. Wir setzen uns aktuell sehr intensiv mit den Möglichkeiten zur Digitalisierung auseinander. Das betrifft den Einsatz von Bots, die uns die Möglichkeit bieten, einfache Prozess-Schritte durch eine „Maschine“ abarbeiten zu lassen. Zudem nutzen wir Machine Learning, um in verschiedenen Einsatzbereichen unterstützend auf Mustererkennung oder die Identifizierung von Anomalien zugreifen zu können und diese sukzessive in die vorhandenen Abläufe und Prozesse zu integrieren. Mit Zero Touch und somit Automatisierung haben wir im Kontext von COM5.Mobile bereits jetzt Arbeitsschritte komplett der Verarbeitung durch eine „Maschine“ überlassen. Wir verfügen damit bereits heute über erste Erfahrungen, wie unsere Fachexperten mit einem voll automatisierten Prozess arbeiten und somit ihre Produktivität steigern können. Was bei einem solchen Digitalisierungs-Hub eben am wichtigsten ist: Wir schaffen dadurch Freiräume. Wenn kompetente Mitarbeiter sich auf komplexere Themen konzentrieren und dort Aufgaben letztlich im Sinne unserer Endkunden lösen können, bringt das nochmals deutlich mehr Nutzen als ein reiner interner Produktivitätszuwachs.


InNOVAtion

Sie haben Künstliche Intelligenz und Intelligente Automatisierung bereits angesprochen. Welche Potenziale und welche Schritte erwarten Sie hier allgemein und in Bezug auf COM5.Mobile?

Klaudius Koschella

Künstliche Intelligenz wird zur Zeit an manchen Stellen etwas übereilt und unüberlegt als der nächste konsequente Schritt zur Digitalisierung verwendet. Meiner Meinung nach stehen wir momentan mit einem Bein vor allem in der Thematik Machine Learning. Das ist aber natürlich nicht gleichzusetzen mit KI – von umfassenden Applikationen sind wir da noch etwas entfernt. Das erklärt sich damit, dass wir heute noch nicht über Erfahrungen verfügen, bei denen Maschinen Entscheidungen getroffen haben geschweige denn, dass wir diese sozusagen ungeprüft zum Beispiel in eine Aktion in unsere Netzwerke münden lassen würden. Jedoch haben wir bereits heute gute Ergebnisse mittels ML erzielt und einige dieser Resultate schon in den produktiven Betrieb einfließen lassen. Beispielhaft ist hier die Erkennung von Bildmustern  zu nennen. Wenn wir uns die Potenziale, insbesondere in den Bereichen der Konfiguration oder allgemein der Produktionsprozesse anschauen, bestehen hier sehr viele Möglichkeiten zur Automatisierung. Sei es, Tools wie etwa COM5.Mobile dafür zu befähigen und weiter zu entwickeln oder heute noch analoge Prozesse in Richtung digital und Automatisierung zu treiben.


InNOVAtion

Welche Herausforderungen sehen Sie dabei, auch aber nicht nur in Bezug auf COM5.Mobile?

Klaudius Koschella

Vorneweg: Die technologische Seite lässt sich in jedem Fall meistern. Eine der Herausforderungen ist eher die Grundsatzentscheidung, ob wir an den heutigen Prozessen und Tools punktuell Anpassungen stattfinden lassen und folglich erste Automatismen und Effizienzerfolge erzielen können oder ob ein ganzheitliches Redesign von Prozessen und Tools der bessere Ansatz ist. Beide Verfahren sind valide! Das Ziel muss in jedem Fall sein, ein End-to-End-Konzept für digitale Prozesse sowie dem Tool-Design zu entwickeln. Wobei wir aber auch die Mitarbeiter und im Prozess involvierte Parteien mitnehmen und deren Abhängigkeiten betrachten müssen ... Soll heißen: Bei einem punktuellen Ansatz haben wir genügend Zeit und Freiraum, die Automatisierung und am Ende Digitalisierung mit den Kollegen zu gestalten und diese auch auf dem Weg inhaltlich nicht zu verlieren. Ich bin davon überzeugt, dass Digitalisierung in den Köpfen beginnt und dort Fuß fassen muss. Hierfür ist jedoch noch ein wenig Zeit erforderlich. Dennoch wollen wir den skizzierten gesamtheitlichen Ende-zu-Ende-Ansatz weiter im Auge behalten. Mittelfristig gilt es schon, die gesamte Automatisierung beziehungsweise Digitalisierung kompletter Prozess- und Tool-Ketten zu denken. Neue Technologien und daraus entstehende Prozesse sollten dabei stets als Chance gesehen werden, von Anfang an alle Digitalisierungsmöglichkeiten zur Anwendung zu bringen. Das beachten wir daher bereits bei Ausschreibungen neuer Themen. Die 5G-Technologie wird ohne maximale Automatisierung nicht funktionieren. Ich bin überzeugt, dass COM5.Mobile mit wachsendem Anteil Schritt halten wird.


InNOVAtion

Mit Bezug auf das bisher Gesagte, wie sehen Ihre Erwartungen und Pläne aber auch Herausforderungen für den 5G-Rollout bzw. -Netzaufbau aus?

Klaudius Koschella

5G wird es möglich machen, neue Wege zu gehen. Neue Services und Applikationen werden entstehen. Ich denke da etwa an Industrieanwendungen, die eine bisher ungeahnte Flexibilisierung von Produktionsprozessen ermöglicht. 5G ist auch der Schlüssel zum autonomen Fahren. Zudem sehe ich Potenziale im Endkundenbereich: Nutzer werden sich zum Beispiel über Augmented Reality völlig neue Erlebniswelten eröffnen. Als Vodafone haben wir bereits einige dieser neuen, auf 5G basierenden Möglichkeiten umgesetzt. Viele weitere Services werden bald folgen und uns vor neue Herausforderungen stellen sowie neue Potenziale ermöglichen. Wir werden unser Betriebsmodell und unsere Produktionsprozesse überdenken und uns auf die entsprechenden Anforderungen der Services und Nutzer ausrichten. Das ist eine spannende und umfassende Aufgabe: Faktisch werden wir Teil der Kernprozesse unserer Kunden werden. Darüber hinaus rechnen wir in den nächsten Jahren mit sehr hohen Ausbauzahlen bei der Netzinfrastruktur. Dem werden wir mit einer weiteren Optimierung unserer Produktionsgeschwindigkeit begegnen, wobei Automatisierung sicher eine tragende Säule sein wird.


InNOVAtion

Eine abschließende technische Frage: Wie bewerten Sie Software Defined Networks (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) vor dem Kontext 5G?

Klaudius Koschella

SDN und NFV bilden die fundamentale Architekturbasis der 5G-Standardisierung durch 3GGP. Die aus dem „traditionellen“ IT-Umfeld bereits vor Jahren eingeführten Konzepte verändern zunehmend die Netzinfrastruktur und -systeme der Telekommunikationsanbieter. Ansätze für softwarebasierte Netzwerke, wie unter anderem die Virtualisierung von Systemen und Netzwerkkomponenten, Cloud-Computing oder Mobile-Edge, schaffen die Basis, die von 5G geforderte Flexibilität und neuen Dienste in den Griff zu bekommen, sowohl aus Sicht der operativen Kosten wie auch der Investitionsausgaben. Im gleichem Zug werden sich die betrieblichen Prozesse an diese Gegebenheiten anpassen und weitestgehend automatisiert werden müssen. Der Einsatz von KI-Methoden zur Absicherung der zukünftigen 5G Dienste wird eine tragende Rolle spielen. Das ist natürlich ein steter Prozess, und es müssen noch weitere Netztopologien Einzug halten. Beim Einsatz werden wir auch auf entsprechende Tool-Unterstützung setzen, wie sie zum Beispiel COM5.Mobile bietet. Denn solche Werkzeuge sind ja dazu da, um Funktionalität und Kosten gut in Einklang zu bringen.

Mit Zero Touch und somit Automatisierung haben wir im Kontext von COM5.Mobile bereits jetzt Arbeitsschritte komplett der Verarbeitung durch eine "Maschine“ überlassen. Wir verfügen damit bereits heute über erste Erfahrungen, wie unsere Fachexperten mit einem voll automatisierten Prozess arbeiten und somit ihre Produktivität steigern können. Klaudius Koschella, Head of Central Optimisation & Confi g Center, Vodafone GmbH

Die Lösung

COM5.Mobile von MicroNova

MicroNova konnte sich in einer weltweiten Ausschreibung mit dem Common Planning & Configuration Manager (heute: COM5.Mobile) bei Vodafone durchsetzen – einer Managementlösung für Mobilfunknetze, von der die Mobilfunkanbieter und vor allem deren Endkunden profitieren. So unterstützt das Tool die Betreiber dabei, die Netzqualität kontinuierlich zu verbessern und beispielsweise die Zahl der Gesprächsabbrüche zu minimieren.

COM5.Mobile ist seit mehr als zehn Jahren im Mobilfunkumfeld im Einsatz und wurde seitdem kontinuierlich in enger Zusammenarbeit mit Netzbetreibern weiter entwickelt. Praxisorientierung stand dabei immer im Mittelpunkt, um Verantwortlichen und Mitarbeitern für die Netzplanung und -konfiguration ihre tägliche Arbeit effizient zu ermöglichen beziehungsweise zu erleichtern. Vodafone Deutschland ist die erste Organisation des globalen Mobilfunkkonzerns, bei der der Hersteller MicroNova COM5.Mobile eingeführt hat.

Einer der Vorteile von COM5.Mobile ist die hohe Geschwindigkeit, mit der sich neue Netzelemente in bestehende Infrastrukturen integrieren lassen – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil beim Netzausbau. Dabei spielt es keine Rolle von welchem Hersteller die Geräte sind oder für welche Technologie sie eingesetzt werden: COM5.Mobile generiert die herstellerspezifischen Konfigurationsdaten für alle Anbieter der Technologien GSM, UMTS und LTE. Darüber hinaus zeichnet sich die Lösung durch ihre hohe Flexibilität und Prozessunterstützung aus.


Das Ergebnis

Zentrales Netzmangement

Die Einführung von COM5.Mobile haben Vodafone und MicroNova in zwei Phasen aufgeteilt. MicroNova hat dabei nicht nur die Lieferung der Software-Komponenten übernommen, sondern die Lösung auch in die existierenden Prozesse bei Vodafone integriert. Die Einbindung von COM5.Mobile in das aus Geräten mehrerer Hersteller bestehende Mobilfunknetz – Radio Access Network, kurz RAN – war Ende Oktober 2014 abgeschlossen. Seitdem überprüft und optimiert Vodafone mit COM5.Mobile die Konfiguration des aktiven Netzes und legt zentrale Richtlinien fest.

Anfang Oktober 2014 startete MicroNova parallel mit der zweiten Projektphase, in der die Netzmanagementlösung COM5.Mobile in die vorhandene Systemumgebung bei Vodafone integriert und an die Planungs- und Optimierungstools angebunden wurde. Dadurch kann Vodafone nun RAN-Planungsdaten aus einem einzigen System heraus konfigurieren und über einen automatisierten Prozess ins Live-Netz einspielen.

„Wir freuen uns sehr, dass sich Vodafone Deutschland für unsere Lösung entschieden hat. Durch den hersteller- und technologieübergreifenden Ansatz erfüllt COM5.Mobile die hohen Anforderungen führender Mobilfunknetzbetreiber. Zuverlässigkeit und Zukunftsfähigkeit sind damit gewährleistet.“ Georg Kieferl, Leiter des Bereichs Telco Solutions bei MicroNova

Fazit

Dank COM5.Mobile von MicroNova ist Vodafone in der Lage, sein Funknetz in Deutschland kontinuierlich zu überprüfen und zu optimieren. Netzparameter lassen sich einfacher konfigurieren und ins Live-Netz übertragen. Die schnelle Integration von zusätzlichem Netzequipment trägt einen wichtigen Teil zur aktuellen und künftigen Kundenzufriedenheit bei. All diese Vorteile erhält Vodafone über eine zentrale, konsolidierte Lösung.


Ihr Ansprechpartner


Ingo Bauer
Leiter Produktmanagement Telco Solutions 
Ingo.Bauer@who-needs-spam.micronova.de
+49 8139 9300-0

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