Welche Automatisierungs-Features gibt es in monday.com?
Wer welche Aufgaben übernimmt – Wenn-dann-Logik, KI-Spalten, sidekick oder KI-Agent
Eine Anfrage geht ein, muss eingeordnet, einer zuständigen Person zugewiesen und rechtzeitig beantwortet werden. Ein Projekt benötigt einen aktuellen Statusbericht. Nach einer Freigabe sollen automatisch die nächsten Aufgaben entstehen. Solche Aufgaben sorgen dafür, dass ein Projekt vorankommt. Gleichzeitig kosten sie jeden Tag Zeit.
monday.com bietet dafür unterschiedliche Features, die die Arbeit leichter machen: von regelbasierten Automatisierungen über KI-Bausteine bis zum persönlichen KI-Assistenten monday sidekick und spezialisierten AI Agents. Diese Funktionen sind allerdings keine austauschbaren Alternativen. Sie setzen an unterschiedlichen Stellen eines Prozesses an und lassen sich miteinander kombinieren.
| Funktion | Wofür sie gedacht ist | Beispiel |
| Klassische Automatisierungen | Festgelegte Aktionen bei definierten Ereignissen ausführen | Bei einer Statusänderung die zuständige Person benachrichtigen |
| Integrationen | monday.com mit externen Anwendungen verbinden | Informationen zwischen einem Board und einem angebundenen Kalender übertragen |
| Workflow Builder / AI Workflows | Mehrstufige Abläufe mit Bedingungen und Verzweigungen gestalten | Einen Prozess vom Antrag über die Freigabe bis zur Umsetzung abbilden |
| AI Blocks und KI-Spalten | Einzelne Arbeitsschritte um KI-Funktionen ergänzen | Anfragetexte kategorisieren, zusammenfassen oder Informationen daraus extrahieren |
| monday sidekick | Mitarbeitende im Dialog beim Analysieren, Erstellen und Ausführen unterstützen | Ein Projekt zusammenfassen und nächste Schritte vorbereiten |
| monday AI agents | Definierte Aufgaben anhand von Kontext, Anweisungen und freigegebenen Werkzeugen bearbeiten | Anfragen prüfen, priorisieren und die weitere Bearbeitung anstoßen |
Die Beispiele beschreiben mögliche Einsatzszenarien. Welche Funktionen im eigenen Konto bereitstehen, hängt unter anderem vom monday.com-Produkt, vom Tarif, vom Rollout und von den eingerichteten Berechtigungen ab.
Klassische Automatisierungen: Wenn der nächste Schritt bereits feststeht
Klassische Automatisierungen folgen einem klaren Prinzip. Ein Ereignis tritt ein, eine Bedingung ist erfüllt, und eine oder mehrere Aktionen laufen ab. Auslöser sind zum Beispiel eine Statusänderung, ein erreichtes Datum oder ein neu angelegtes Element. Die Automatisierung setzt dann einen Status, weist eine Person zu oder versendet eine Benachrichtigung.
Use Case: Eine Freigabe anstoßen
Eine Aufgabe wird auf „Bereit zur Prüfung“ gesetzt. Daraufhin erhält die hinterlegte verantwortliche Person eine Benachrichtigung. Hier muss niemand einen Text interpretieren, und keine KI muss etwas entscheiden. Auslöser, Empfänger und Aktion stehen bereits fest.
Auch mehrere Aktionen lassen sich in einer benutzerdefinierten Automatisierung kombinieren. Ein Agent ist dafür nicht nötig.
Für die Auswahl gilt deshalb: Wo eine eindeutige Regel die Aufgabe vollständig beschreibt, ist sie der richtige Ausgangspunkt. Zusätzliche KI ist nur sinnvoll, wenn sie einen konkreten Mehrwert bringt.
Integrationen: Wenn der Prozess nicht an der Board-Grenze endet
Use Case: Vom Board direkt in den Kalender
Ein Team organisiert seine Termine in einem Board. Über eine passende Kalenderintegration wird aus einem definierten Board-Ereignis ein Kalendereintrag.
Wird der Termin im Board später verschoben, kann die Integration den Kalendereintrag mit aktualisieren. Der Termin muss also nicht zusätzlich von Hand gepflegt werden. Welche Änderungen sie überträgt und in welche Richtung, legt die Einrichtung der Integration fest.
Die entscheidende Frage lautet hier nicht „KI oder keine KI?“. Sie lautet: Welche Anwendung ist für welche Information führend, und in welche Richtung soll sie übertragen werden? Das sollte vor der technischen Einrichtung feststehen.
Workflow Builder: Wenn aus einzelnen Aktionen ein zusammenhängender Prozess wird
Sobald ein Ablauf mehrere Entscheidungen, Wartezeiten und Übergaben enthält, lohnt sich der Workflow Builder. Er stellt Prozesse als miteinander verbundene Bausteine dar. Unter anderem unterstützt er Bedingungen, Verzweigungen und verzögerte Aktionen. Workflows können mehrere Boards, Workspaces und monday.com-Produkte einbeziehen.
Use Case: Vom Projektantrag zur Umsetzung
Ein mögliches Prozessdesign: Ein neuer Antrag wird zunächst auf Vollständigkeit geprüft. Je nach Projektart führt der Ablauf in unterschiedliche Bearbeitungswege. Fehlende Angaben lösen eine Rückfrage aus. Eine dokumentierte Freigabe startet anschließend die Projektanlage und informiert die Beteiligten.
Nicht jeder dieser Schritte braucht KI. Der Nutzen liegt zunächst darin, den gesamten Ablauf mit seinen Abhängigkeiten sichtbar zu machen. Niemand muss ihn mehr gedanklich aus vielen Einzelregeln zusammensetzen.
Wichtig ist außerdem der Unterschied zwischen KI beim Erstellen und KI beim Ausführen. Der AI Workflow Builder kann einen Prozess anhand einer Beschreibung in natürlicher Sprache erstellen. Das heißt nicht, dass danach jeder Schritt eine KI-Entscheidung trifft. KI-gestützte Aktionen oder „Smart Conditions“ kommen gezielt als Bausteine zum Einsatz.
AI Blocks: Wenn ein einzelner Prozessschritt Inhalte verstehen soll
Klassische Regeln können einen vorhandenen Status auswerten. Sie beantworten aber nicht von selbst, welcher Status zu einem frei formulierten Anliegen passt. Hier kommen AI Blocks ins Spiel.
Diese KI-Bausteine lassen sich in Spalten, Automatisierungen und Workflows verwenden. Sie fassen zum Beispiel Texte zusammen, ordnen Labels zu, übersetzen Inhalte, extrahieren Informationen aus Dateien oder erstellen Textentwürfe.
Use Case: Eingehende Anfragen vorsortieren
Ein Kunde beschreibt sein Anliegen in einem Freitextfeld. Ein KI-Baustein ordnet den Text einer vorgegebenen Kategorie zu, etwa „Technische Frage“, „Abrechnung“ oder „Beratung“. Eine klassische Automatisierung übernimmt anschließend die Weiterleitung anhand dieser Kategorie. Die KI interpretiert den Inhalt, die Regel steuert den nächsten Schritt.
Für einen so klar abgegrenzten Schritt ist ein eigener Agent häufig nicht nötig. Sinnvoll ist aber ein zusätzlicher Prüfweg für unklare Fälle. Eine Anfrage, die sich nicht eindeutig einordnen lässt, geht besser zur manuellen Sichtung. So landet sie nicht ungeprüft beim falschen Team.
monday sidekick: Der KI-Assistent für die direkte Zusammenarbeit
Wer von einem „Assistant“ in monday.com spricht, meint monday sidekick. So heißt der persönliche, integrierte KI-Assistent. Er lässt sich in natürlicher Sprache bedienen. sidekick wertet zum Beispiel Board-Daten aus, erstellt Inhalte und bearbeitet Aufgaben. Er formuliert also nicht nur Antworten, sondern kann auch Aktionen ausführen.
Use Case: Ein Projektmeeting vorbereiten
Eine Projektleitung könnte sidekick zum Beispiel diesen Auftrag geben:
„Fasse den aktuellen Stand dieses Projektboards zusammen. Welche Aufgaben sind überfällig, welche Punkte sind blockiert und welche Fragen sollten wir im nächsten Meeting klären?“
Projektzusammenfassungen und das Erkennen von Risiken gehören zu den typischen Einsatzbereichen. Die Ergebnisse lassen sich anschließend im Dialog präzisieren. In monday workdocs hilft sidekick außerdem beim Erstellen, Zusammenfassen und Überarbeiten von Dokumenten.
sidekick ist vor allem dann die richtige Wahl, wenn ein Mensch die Richtung vorgibt. Er stellt die Fragen, bewertet die Antworten und entscheidet gemeinsam mit sidekick, wie es weitergeht.
Die Abgrenzung „sidekick arbeitet nur auf Zuruf, AI Agents arbeiten automatisch“ greift allerdings zu kurz. Es gibt zum Beispiel auch zeitgesteuerte Routines für sidekick, mit denen wiederkehrende Aufgaben ohne erneute Eingabe ausgeführt werden können. Außerdem kann sidekick als Aktionsbaustein in Workflows eingebunden werden.
monday AI agents: Wenn eine definierte Aufgabe delegiert werden soll
AI Agents sind auf die Bearbeitung definierter Aufgaben ausgerichtet. Sie werten Informationen im Arbeitskontext aus und wählen innerhalb vorgegebener Grenzen passende Aktionen. Dazu gehört zum Beispiel, Elemente zu erstellen und zu aktualisieren, Verantwortliche zuzuweisen oder Nachrichten vorzubereiten.
Ein Agent braucht dafür mehr als einen allgemeinen Auftrag wie „Kümmere dich um unsere Anfragen“. Im Agent Builder werden unter anderem Anweisungen, Wissensquellen, Zugriffsrechte und Werkzeuge eingerichtet. Einzelne Aufgaben können als „Jobs“ eigene Auslöser und spezifische Anweisungen erhalten. Auch wiederkehrende Ausführungen sind vorgesehen.
Use Case: Serviceanfragen inhaltlich vorbereiten
Ein mögliches Agenten-Setup prüft neue Anfragen, zieht eine freigegebene Wissensbasis hinzu und erstellt einen Antwortentwurf. Für den Einsatz im Unternehmen sollte der Auftrag enger gefasst sein:
- Welche Quellen darf der AI Agent verwenden?
- Welche Informationen muss er im Ergebnis nennen?
- Wann übergibt er die Bearbeitung an einen Menschen?
- Darf er nur einen Entwurf erstellen oder auch extern kommunizieren?
Der Unterschied zu einem einzelnen KI-Baustein liegt vor allem im Umfang der delegierten Aufgabe. Statt nur einen Text zu kategorisieren, bearbeitet der Agent mehrere zusammengehörige Schritte. Dafür nutzt er eigenen Kontext und festgelegte Handlungsmöglichkeiten. Jede Ausführung lässt sich im Aktivitätsbereich nachvollziehen.
AI Agents oder Assistant? Entscheidend ist die Arbeitsweise
Für die praktische Auswahl ergibt sich daraus eine Orientierung:
sidekick eignet sich besonders für die direkte Zusammenarbeit mit KI. Mitarbeitende stellen Fragen, entwickeln Inhalte weiter, lassen Daten auswerten und stoßen Aktionen an.
Ein AI Agent eignet sich besonders für eine Aufgabe, die sich wiederholt delegieren lässt. Auftrag, Quellen, Werkzeuge und Handlungsspielraum sind so eingerichtet, dass er innerhalb dieses Rahmens tätig wird.
Ein wöchentlicher Bericht verlangt also nicht automatisch einen eigenen Agenten. Möglicherweise reicht eine sidekick-Routine. Auch ein einzelner Klassifizierungsschritt braucht nicht zwingend einen Agenten. Dafür kann ein AI Block besser passen.
Die zentrale Frage lautet deshalb: Brauchen wir eine feste Regel, eine einzelne KI-Auswertung, persönliche Unterstützung oder einen klar abgegrenzten delegierten Arbeitsauftrag?
Die monday.com-Consultants von MicroNova unterstützen dabei, eine sinnvolle, effektive Routine für Automatisierungen und KI-Einsatz zu etablieren.
Praxisbeispiel: Supportanfragen mit Automatisierung und KI bearbeiten
Ein Softwareunternehmen bietet seiner Kundschaft ein Onlineformular für Supportanfragen. Ein Kunde meldet darüber folgendes Problem:
„Ich kann seit heute keine Rechnungen mehr als PDF herunterladen. Stattdessen erscheint eine Fehlermeldung. Können Sie mir weiterhelfen?“
Die Anfrage landet mit Kundenname, E-Mail-Adresse und Problembeschreibung als neues Element im Supportboard in monday.com. Ein darauf abgestimmter Ablauf könnte so aussehen:
1. Ein KI-Baustein ordnet die Anfrage ein.
Die KI liest die Problembeschreibung und setzt die Kategorie auf „Technisches Problem“. Dabei geht sie nach dem Sinn des Textes, nicht nach einzelnen Stichworten. Der Kunde erwähnt zwar Rechnungen, eine Frage zur Bezahlung hat er aber nicht. Sein Problem ist, dass der PDF-Download nicht funktioniert.
2. Eine klassische Automatisierung übernimmt die Zuweisung.
Für die Kategorie „Technisches Problem“ ist eine feste Regel eingerichtet: Die Anfrage geht an den technischen Support, und die zuständige Person erhält eine Benachrichtigung. Hier muss keine KI entscheiden, denn die Zuständigkeit steht bereits fest.
3. Ein AI Agent bereitet die Bearbeitung vor.
Ein entsprechend eingerichteter Agent prüft freigegebene Hilfeartikel und dokumentierte Lösungen zu Problemen beim PDF-Download. Findet er passende Informationen, erstellt er einen Antwortentwurf mit möglichen Lösungsschritten. Fehlen wichtige Angaben, enthält der Entwurf stattdessen eine gezielte Rückfrage, etwa nach dem genauen Wortlaut der Fehlermeldung. Der Auftrag des Agenten ist klar begrenzt: Informationen zusammentragen und eine Antwort vorbereiten, aber nichts selbst an den Kunden versenden.
4. Eine Person aus dem Support prüft und verschickt die Antwort.
Die zuständige Person kontrolliert, ob der Entwurf zum geschilderten Problem passt. Bei Bedarf ergänzt sie ihn und sendet die Antwort an den Kunden.
5. sidekick unterstützt später die Teamleitung bei der Auswertung.
Zur Vorbereitung des nächsten Teammeetings fragt die Teamleitung zum Beispiel: „Fasse die Supportanfragen dieser Woche zusammen. Welche technischen Probleme wurden mehrfach gemeldet und welche Anfragen sind noch offen?“ Hier arbeitet die Teamleitung direkt mit dem Assistenten und verschafft sich einen Überblick.
Das Beispiel zeigt: Die Funktionen übernehmen unterschiedliche Aufgaben innerhalb desselben Prozesses. Der KI-Baustein kategorisiert, die Automatisierung weist zu, der Agent bereitet die Antwort vor, und sidekick unterstützt die Auswertung. Für den Einstieg reicht möglicherweise bereits die automatische Einordnung und Zuweisung. Die weiteren Schritte lassen sich ergänzen, sobald Auftrag, Wissensbasis und Prüfprozess klar definiert sind.
Checkliste: Automatisierungen und AI Agents in monday.com einführen
✔ Auftrag und Datenbasis: Vor der Einrichtung sollte feststehen, welches Ergebnis erwartet wird und welche Informationen dafür maßgeblich sind. Unklare Zuständigkeiten oder widersprüchliche Statusdefinitionen sollten vorher geklärt sein. Auch weit gefasste Anweisungen an die KI gleichen solche Lücken im Prozess nicht zuverlässig aus.
✔ Berechtigungen und Freigaben: Für jeden Agenten lässt sich festlegen, auf welche Informationen und Werkzeuge er zugreifen darf. Diese Möglichkeit sollte genutzt werden: Am besten erhält ein Agent nur das, was er für seine Aufgabe braucht. Bei kritischen Prozessen sollte eine Anweisung wie „Sende nichts ohne Freigabe“ zusätzlich durch passende Berechtigungen und einen entsprechend kontrollierten Versandweg abgesichert sein.
✔ Tests und laufende Kontrolle: Ein guter Start ist ein klar abgegrenzter Prozess mit Testdaten. Dabei sollten auch unvollständige Angaben, mehrdeutige Texte und doppelte Auslöser geprüft werden. Wie bei jedem KI-System gilt: Ergebnisse vor dem Weiterverwenden prüfen. monday.com empfiehlt das ausdrücklich auch für sidekick. Agenten-Ausführungen sollten ebenfalls regelmäßig anhand ihrer Aktivitätsprotokolle kontrolliert werden.
✔ Verfügbarkeit und Verbrauch: Klassische Automatisierungen und Integrationen laufen über Aktionskontingente. Für KI-Funktionen können AI Credits anfallen. Die konkrete Berechnung unterscheidet sich je nach Funktion und Produkt. Für die Planung zählen deshalb neben den Lizenzkosten auch Ausführungshäufigkeit und Aufgabenkomplexität. Beim Agent Builder ist zudem der Rollout zu beachten: Die aktuelle Dokumentation nennt die monday AI platform und kündigt die Verfügbarkeit in weiteren Produkten an. Welche Agenten-Funktionen im eigenen Konto bereitstehen, lässt sich vorab prüfen.
Fazit: Die passende Automatisierung beginnt beim Prozess
Die Entscheidung beginnt nicht bei der neusten oder leistungsstärksten Funktion, sondern bei der Aufgabe: Was ist eindeutig geregelt? Wo müssen Inhalte interpretiert werden? Welche Schritte brauchen menschliche Bewertung? Und was lässt sich mit klaren Grenzen delegieren?
Daraus ergibt sich die passende Kombination aus Automatisierungen, Integrationen, Workflows, KI-Bausteinen, sidekick und Agents.
Nicht jeder Prozess braucht einen Agenten. Aber jeder automatisierte Prozess braucht einen klaren Auftrag, passende Daten und eine verantwortliche Person.
Der nächste Schritt: Die passende Kombination für die eigenen Abläufe finden
Welche Kombination passt zu den eigenen Abläufen? Unsere monday.com-Consultants analysieren die Prozesse gemeinsam mit den Teams und richten die passenden Automatisierungen, Workflows und Agents ein. Den Anfang macht ein kostenfreies Erstgespräch.






